Presseberichte - "Naturgewalten - Kräfte der Natur"

Logo Joachim Feldmeier  Projekt Naturgewalten
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Presseberichte

Wissenswertes
Auf den folgenden Seiten haben wir für Sie einige Presseberichte über den Holzschnitt “Naturgewalten - Kräfte der Natur” dokumentiert.
Im übrigen drehte der Bayerische Rundfunk einen etwa 10-minütigen Dokumentarfilm über Joachim Feldmeiers Holzschnitte. Die Erstausstrahlung erfolgte im Bayerischen Fernsehen in der Reihe  “Zwischen Spessart und Karwendel”.


Allgäuer Zeitung

Und nichts ist gewaltiger als die Natur

Joachim Feldmeier zeigt seinen monumentalen Holzschnitt erstmals im Allgäu

Über die Jahre hinweg hatte sich Joachim Feldmeiers Opus magnum fast zum Mythos entwickelt. Gesehen hatte keiner etwas, doch die Kunde ging, dass die "Naturgewalten - Kräfte der Natur", nach des Künstlers eigener Aussage größter Holzschnitt der Welt, von wahrhaft kolossaler Dimension sein sollten. Man hörte, hie und da und stets an fernen Orten, seien Teile des Werks gezeigt worden. Schließlich die Nachricht, der Zyklus  werde in Szombathely komplett ausgestellt. Doch hier im Allgäu, in Feldmeiers Heimat, blieben die "Naturgewalten - Kräfte der Natur" ungesehen.

Das hat nun ein Ende. Die Firma Joas hat es auf sich genommen, Platz zu schaffen für die nicht  weniger als 56 Einzeldrucke, die aneinander gefügt stattliche 31 Meter in der Länge und immerhin noch 2,80 Meter an Höhe beanspruchen. Daneben zeigt die Ausstellung eine Reihe weiterer Drucke aus Feldmeiers Werkstatt, überwiegend ebenfalls Serien.

Die Fähigkeit der Natur zu überwältigen, Sinn und Gemüt buchstäblich Gewalt anzutun, schlägt sich für Feldmeier nicht nur in Wasserfall- und Bergbombast nieder,  sondern auch in einem schlichten Stück Wald. Nichts anderes ist das Motiv der "Naturgewalten - Kräfte der Natur": eine lange Stakete von Bäumen, umkleidet von Nadel- und Blätterwerk, Rinden und Geäst. Analog dazu liegt für den Künstler das Außergewöhnliche denn auch keineswegs bloß in der den Menschen weit überragenden Höhe der Bäume, sondern in den unendlichen Feinstrukturen, in der nicht zu erschöpfenden Formenvielfalt, mit der die Natur gerade dort aufwartet, wo der Blick für gewöhnlich über sie hinweg gleitet.

Der Aufwand, den Feldmeier für die Schaffung seiner "Naturgewalten - Kräfte der Natur" betrieben  hat, ist enorm. Zu Hilfe kam ihm jenes Hilfsmittel, als dessen Erfinder er gelten darf: eine Holzfräse, die mittels eines selbst entworfenen Computerprogramms gesteuert wird und vor allem die Arbeit fürs Grobe übernimmt. Denn nach wie vor gestaltet Feldmeier mit Messer und Hohleisen, der klassischen Gerätschaft des Holzschnitzers. Auf jeder der 56 Druckstöcke wurde nach dem Prinzip der verlorenen Platte gearbeitet:  Nach dem ersten Druck wird die Platte weiter bearbeitet, kommt erneut zum Druck, und so fort - ein Nachdruck wird damit unmöglich. Insgesamt  liegen auf jeder der Leinwände bei den "Naturgewalten - Kräfte der Natur" acht Druckschichten übereinander. Das ergab jenen Effekt des  malerischen Holzschnitts, als dessen Exponent Feldmeier gilt. Die Charakteristika, die für gewöhnlich mit dem Holzschnitt verbunden werden  - klar die Zeichnung, scharf die Helldunkel-Kontraste -, ist hier passé. Im Schnitt wie auch im Einsatz der Farbe spürt der Künstler den Nuancen des Lichts, dem Tonwert der Farben nach. Und keine Frage, dass  ein frühherbstlicher Wald mit seinem prachtvollen Color ein dankbares  Motiv abgibt.

Jenseits schierer Größe fasziniert an Feldmeiers  Holzschnitten aber noch ein anderes. Lässt sich beim Betrachten doch die Verfertigung eines Bildes nachvollziehen: Aus einem ersten, noch unzusammenhängenden Nebeneinander von Druckfarbe und Weißraum entsteht mit jedem Schritt, mit dem man in die Distanz tritt, aus der amorphen Mikro- eine gestalthafte Makrostruktur, letztlich eben ein Bild. Dass ein solches nicht an sich ist, dass es vom Betrachter dank der Leistung seines Auges und Gehirns gemacht ist, gehört zu den Erfahrungen, derer man sich in einem Zeitalter, in dem Bilder häufig für Realitäten gehalten werden, gar nicht oft genug bewusst machen kann.

Stefan Dosch, Allgäuer Zeitung (Kultur am Ort), 11. Januar 2003


Augsburger Allgemeine

Romantiker mit Stichel und PC

Der Künstler Joachim Feldmeier hat die Holzschnitt-Technik computerkompatibel gemacht

Leeder/Kaufbeuren  Es  gibt nicht wenige in der Kunstszene, die sagen, der Holzschnitt sei  passé. Joachim Feldmeier schüttelt den Kopf. Ja, es stimme schon, das Interesse an dieser uralten Technik sei eine Zeit lang im Schwinden gewesen. Nun aber gebe es eine regelrechte Renaissance. Der Künstler nimmt für sich in Anspruch, zumindest für einen kleinen Teil des Aufschwungs mitverantwortlich zu sein. Feldmeier hat nämlich über zehn Jahre hinweg beharrlich daran gearbeitet, die Holzschnitt-Technik computerkompatibel zu machen. Und er hat den vielleicht größten Holzschnitt der Welt geschaffen.
Feldmeier gehört nicht in jene Kategorie Künstler, die das Rampenlicht mit allen Mitteln suchen. Sein Atelier hat er im weitläufigen Keller einer Lastwagen-Reparaturwerkstätte in Leeder eingerichtet. Das Örtchen liegt unweit des Lechs zwischen Landsberg, Schongau und Kaufbeuren. Dort stehen die riesigen Druckstöcke, der Computer, dort archiviert er seine unzähligen Drucke.

Es zeugt von der Bescheidenheit des 53-Jährigen, dass er für seinen jüngsten Coup, obwohl rekordverdächtig,  noch gar nicht so richtig getrommelt hat. Feldmeier schuf einen Farbholzschnitt, der ihm zufolge der größte der Welt ist. "Naturgewalten  - Kräfte der Natur" heißt er und besteht aus 56 Teilbildern, die zusammengefügt eine Länge von 31 Metern und eine Höhe von 2,80 Metern  ergeben. Eine Mammutarbeit, deren Realisierung über zwei Jahre dauerte.

"Naturgewalten  - Kräfte der Natur" zeigt ein Waldmotiv. Während die oberen 28 Bilder gegenständlich gehalten sind, gleitet die untere Hälfte des Werks ins Abstrakte. Eine programmatische Arbeit, denn Feldmeier will einerseits auf die Kräfte der Natur hinweisen, andererseits auch auf die Wunden,  die ihr geschlagen werden. Wer die 31 Meter entlangspaziert, soll zum Nachdenken angeregt werden, aber auch Ruhe und Muße finden. "Vielleicht  bin ich ein moderner Romantiker" sagt Feldmeier. Er liebt die großen Formate. Doch diese verlangen unendlich viel Arbeit mit Messer, Stichel  und Hohleisen. Um sie ein wenig abzukürzen, hat er schon vor über zehn Jahren angefangen, die moderne, computergestützte Frästechnik der Industrie für seine Kunst nutzbar zu machen. Er entwickelte CAW -  computer aided woodcut. Dieser computergestützte Holzschnitt ermöglicht  es, große Flächen maschinell aus einer Holzplatte zu schneiden. Feldmeier betont aber gleich, dass es sich dabei nur um ein weiteres Werkzeug handelt. "Die künstlerische Arbeit nimmt mir der Computer natürlich nicht ab."

Fachkreise schätzen Feldmeiers Forscherdrang  und seine eigene Handschrift. Er hat sich schon vor 20 Jahren von der eher derben Variante des Holzschnitts verabschiedet und sich dem  "malerischen Holzschnitt" verschrieben. Bei Europas größter Grafikmesse,  der "art multiple" in Düsseldorf, durfte er seine Technik öffentlich vorführen. Und der Kunstverleger Curt Visel lobt die Leichtigkeit der aquarellartigen Werke: "Das ist ein Phänomen, das ihn aus der heutigen Holzschnittkunst heraushebt."

Teile des Naturgewalten-Projekts hat er bis dato in München, Frankfurt, Augsburg und anderen Städten ausgestellt. Im Gesamten hätte er es gerne in Kaufbeuren gezeigt, wo Feldmeier als Kunstlehrer an einer Realschule arbeitet. Doch Sponsoren fanden sich keine, die Stadt konnte und wollte die Ausstellungskosten nicht tragen.

Der Kunstexperte Erwin Birnmeyer vermittelte ihn dann weiter in Kaufbeurens westungarische Partnerstadt Szombathely. In der dortigen Kunsthalle war nun Feldmeiers Werk, präsentiert an einem von ihm selbst ausgetüftelten Hängesystem aus Aluprofilen, erstmals in voller Größe zu sehen und hat in den Medien große Aufmerksamkeit gefunden. Die Kosten des 1,4 Tonnen-Transportes hatte der Städtepartnerschaftsverein Kaufbeuren übernommen, die Einladungskarten für die Vernissage bezahlte Feldmeier aus eigener Tasche.

Klaus-Peter Mayr, Augsburger Allgemeine (Die Dritte Seite), Montag, 22. Juli 2002


Artprofil

Naturgewalten - Kräfte der Natur in Holz geschnitten

Joachim Feldmeier und sein Werk

Der Künstler Joachim Feldmeier (geboren 1949) ist vor allem durch seine Holzschnitte bekannt geworden. Es ist jedoch eine besondere Gattung des Holzschnittes, die er im Laufe vieler Jahre entwickelt hat, denn Feldmeier schreibt mit seinen gewaltigen Formaten jene traditionelle,  bereits im Mittelalter angewandte Technik der künstlerischen Publikation nicht einfach fort, sondern setzt innovative Akzente. Er bezieht dabei die Möglichkeiten computergesteuerter Maschinen ein.

Bei der "Art  Multiple 97" konnte das Publikum den Entstehungsprozess von Feldmeiers  Arbeiten unmittelbar miterleben. Der Künstler und seine Galeristin,  Gerda Bold, die Feldmeiers Werk seit vielen Jahren vertritt, löste mit  dieser "Performance" einen Diskussionsprozess aus, der um die Frage kreiste, wieweit ein Künstler sich moderner Mittel bedienen darf, wenn er in einer traditionellen Technik, wie dem Holzschnitt, arbeitet. Heute erscheinen solche Diskussionen überflüssig. Man hat längst akzeptiert, dass auch auf dem Gebiet der Künstlergraphik alles möglich und legitim  ist, womit der gewünschte Effekt erzielt und die Arbeit erleichtert  wird. Es kommt vor allem auf die richtige Kundeninformation an und besonders darauf, welche Ideenwelt hinter dem technischen Aufwand steht. Und diese Ideenwelt ist bei Feldmeier sehr ausgeprägt. Es geht um die Kraft der Natur, von welcher der Mensch nur ein kleiner Teil ist. Die schöpferische Innovationskraft, wie sie in den kolossal wirkenden Wäldern zum Ausdruck kommt, ist die Energie, aus der heraus Feldmeiers Holzschnitte leben. Es geht ihm um die Schönheit des Lichtes, das sich in dem bizarren Blätterwerk bricht und für dessen Gestaltung er immer wieder ausgefallene Farbnuancen erfindet. Joachim Feldmeier ist ein genauer Beobachter und Interpret der sichtbaren Welt, die für ihn umfassender ist als das, was das menschliche Auge sieht.

Joachim Feldmeier liebt die Natur und fühlt sich mit der Natur verbunden, das spürt man in jedem einzelnen Blatt. Das Allgäu, wo er aufgewachsen ist  und wohin er nach den Münchner Studienjahren wieder zurückkehrte,  liefert ihm zahlreiche Motive. Man hat das Gefühl, dass aus dem Gesamtwerk Feldmeiers der Wald herauswächst wie der Wald in der Natur eben wächst, zusammenhängend, aber immer wieder für neue, überraschende Ausbildungen offen. Ganz deutlich wird diese Einstellung zur Kunst und zur Natur in einem einmaligen Kolossalwerk, das Feldmeier in jüngster Zeit geschaffen hat, den "Naturgewalten - Kräfte der Natur".

Jener  Zyklus, von dem es nur ein einziges Exemplar sowie einen Probedruck  gibt, besteht aus 56 einzelnen Farbholzschnitten in einer jeweiligen Größe von 138 x 110 cm. Die einzelnen Holzschnitte, die auch für sich genommen Bestand besitzen, wurden vielfarbig und in 8 Stufen vom Künstler gedruckt. Dabei wurde die Technik des Abbauschnittes verwendet  (verlorene Platte). Das Werk kann somit nicht nachgedruckt werden.

Es  sind die vielfältigen und unterschiedlichen Aspekte des Waldes, die hier, künstlerisch verarbeitet, eingebracht und in einer Art Kolossalgemälde zusammengefasst sind, für dessen Präsentation von Feldmeier ein besonderes Hängessystem entwickelt wurde mit der beachtlichen Dimension von 33 m Länge und 3,40 m Höhe. Der Betrachter fühlt sich auf diese Weise unmittelbar einbezogen in die gewaltige Szenerie, die Mikro- und Makrokosmos zusammenfasst. Der Wald ist in den "Naturgewalten - Kräfte der Natur" nicht nur aus unterschiedlichen Einzelperspektiven dargestellt, sondern auch zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten. Die Vielfalt, in der unter dem Begriff "Wald"  zusammengefassten Einheit, wird in diesem monumentalen Werk deutlich und führt so unmittelbar vor Augen, dass das Ganze immer mehr ist als die Summe seiner Teile.

Dr. phil. Helmut Orpel, ARTPROFIL, Fachmagazin für aktuelle Kunst,  Heft 1/2002, Februar 2002


Mindelheimer Zeitung

Auf der Bühne des Lebens

Joachim Feldmeier schuf den größten Holzschnitt aller Zeiten

"Die größten Ereignisse", hat Nietzsche einmal gesagt, "sind nicht unsere lautesten, sondern unsere stillsten Stunden."  Wenn Joachim Feldmeier seinen großen, 56-teiligen Holzschnitt "Naturgewalten" nennt, dann gibt er diesen Titel nicht donnernden Wasserfällen, tobenden Stürmen oder feuerspeienden Vulkanen, sondern einem stillen Waldstück irgendwo im  Schwäbischen.
Feldmeier, Kunsterzieher in Kaufbeuren und leidenschaftlicher Holzschneider mit Werkstatt in Leeder, wurde hierzulande bekannt durch Ausstellungen, unter anderem im Kleinen Schloss Türkheim. Ab Oktober werden im Alten Rentamt in Mindelheim Arbeiten von ihm gezeigt.

Für seinen gigantischen Holzschnitt allerdings hat er bisher in Bayern keinen Ausstellungsraum gefunden, dazu muss er in einigen Wochen bis nach Thüringen gehen.

Feldmeier lehrt uns das Sehen. Öffnet uns die Augen für die gewaltige Kraft des scheinbar Unspektakulären, Schlichten, Banalen. Führt uns auf die grandiose Bühne des Lebens und hebt den Vorhang für ein Stück, das sich täglich vor uns abspielt, ohne dass wir dessen gewahr werden. Feldmeier weckt Bewusstheit für das Leben - und für dessen Zerbrechlichkeit.

Die Mittel, mit deren Hilfe ihm das gelingt, sind spektakulär. Der Künstler erfüllt sich mit den "Naturgewalten" einen Traum, der nur mit Hilfe ausgeklügeltster Technik und ausgefeiltester Logistik realisierbar war:  die Erstellung eines Holzschnitts von 31 Metern Länge und fast drei Metern Höhe, bestehend aus 56 Farbholzschnitten im Format 138 mal 110  Zentimeter.

Um sich die Problematik des Projekts klar zu machen,  muss man wissen, dass übliche Druckpressen eine maximale Walzenbreite  von 60 Zentimetern aufweisen. Feldmeier hat in seiner Werkstatt eine Walzenpresse vom Format zwei mal drei Meter. Zum Schneiden seiner hochkomplexen Platten entwickelte er mit Hilfe befreundeter,  hochmotivierter Techniker eine computergesteuerte Fräsmaschine, die er selbst programmiert hat und die an den "Naturgewalten" zwei Jahre lang praktisch Tag und Nacht arbeitete.

Dieser High-Tech-Einsatz -  permanent kontrolliert, modifiziert und ergänzt vom Auge und den Händen des Künstlers - ermöglicht den von Feldmeier so genannten "Progressiven  Holzschnitt", das heißt, er erfüllt ihm einen Wunsch, den er vor Jahren so formulierte: "Ich möchte mit dem Holzschnitt malen, ja, eigentlich  aquarellieren."

Ausgangsidee für die "Naturgewalten" war der Gedanke, einmal "etwas zu schaffen, was nicht in einem Wohnzimmer Platz  hat." Das nicht konsumierbare Kunstwerk also. Eines, das Raum um sich braucht, das allein durch seine Größe gebieterisch Aufmerksamkeit fordert.

In der Tat fordert es den Betrachter, aber es tut das auf unaufdringliche Weise. Sein suggestiver Sog wirkt nicht beunruhigend,  sondern gewissermaßen freundlich. Er zieht uns in eine lichtflirrende Waldlandschaft unbestimmter Tages- und Jahreszeit hinein, die in sanft-irisierendem, transparenten Farbenspiel schimmert.

Wir wandern zwischen lichten, besonnten Stämmen und zitterndem Laub, ahnen das Kommen und Gehen des Windes und das Flügelschlagen eines Vogels, riechen harzig-modrige, kühle Erde. Mal richtet sich der Blick auf borkige Rinde und knorrige alte Wurzeln, mal schweift er zu hellen Horizonten, die unversehens mit Wasser- oder Schneeflächen zu verschmelzen oder sich in sie zu verwandeln scheinen. Perspektiven verschieben, öffnen oder schließen sich, je nach Blickwinkel. Ein irritierender Zauber, ein fast impressionistisches Licht führen in Tiefen, in denen sich das Auge verliert.

Diese Natur weist, bei aller Schönheit, Brüche, Wunden, Zersplitterung auf, aber die Scherben sind vom Künstler hoffnungs- und liebevoll wieder zusammen gefügt zu einer neuen, höheren Realität. Jedes Teilstück - und hier erweist sich kompositorische Meisterschaft - entfaltet bei näherer Betrachtung der unendlich vielen Details seine eigene Qualität, sei sie nun abstrakt oder konkret, romantisch-stimmungsvoll oder zerrissen-chaotisch.

"Wut,  lass nach" heißt ein Bild, "Schreie der Rinde" oder "Wenn Menschen  wüten" zwei andere. Und immer wieder das Leben: "Protokoll des Lebens",  "Zum Leben befreit", "Spuren des Lebens".

Eva-Maria Frieder, Mindelheimer Zeitung, 22. August 2001


Messe Frankfurt

Sonderschau

In den “Naturgewalten” trifft Tradition auf Moderne

Wie eine unmittelbare Begegnung mit der Natur, festgehalten im Zusammenspiel von Licht und Schatten, Farbe und Form - so lässt sich die Arbeit "Naturgewalten" von Joachim Feldmeier wohl am besten beschreiben. Aus insgesamt 56 Einzelbildern setzt sich das Erlebnis Natur in einem der größten Holzschnitte der Welt zusammen. Komplett misst das Kunstwerk 31 Meter Länge und 2,80 Meter Höhe. Einen Ausschnitt davon präsentiert die Messe Frankfurt im Rahmen der Gallery als Sonderschau in der Halle 4.0. Die "Naturgewalten" stellen aber nicht nur ein gigantisches Kunstereignis dar, hier treffen mit der selbstentwickelten Drucktechnik Feldmeiers auch Tradition und Moderne aufeinander.

Der Holzschnitt ist für Feldmeier das ideale Medium seiner Kunst, denn "das lebendige Material Holz setzt Bilder voller Leben voraus". Seit Mitte der achtziger Jahre erforscht der Künstler die Kunst des seit 600 Jahren praktizierten Holzschnitts und ergänzt die traditionelle Technik durch hochmoderne Methoden wie sein CAW - Computer Aided Woodcut. Um einen herkömmlichen Holzschnitt zu erstellen, muss ein Künstler noch heute alles, was nicht auf dem Bild zu sehen sein soll, in Handarbeit aus den Druckstöcken herausschnitzen. Ein langer und aufwendiger Prozess. Feldmeiers Technik des CAW ist dagegen eine Kombination von manueller Schneidearbeit und CNC-gesteuerten Fräsarbeiten. Der Künstler entwirft sein Bild auf dem Computer und eine CNC-gesteuerte Fräsmaschine schnitzt die Druckstöcke;  Korrekturen oder besondere künstlerische Eingaben erfolgen weiterhin  manuell.

Für Gespräche und Diskussionen steht Ihnen der Künstler während der gesamten Messedauer am Stand der Sonderschau in der Halle  4.0 G43 zur Verfügung. Des Weiteren wird Feldmeier in regelmäßigen Abständen neben der Sonderschau life das Hochdruckverfahren vorführen.  Die Druckpresse dazu stellt die Firma Boesner GmbH (Stand 4.0 F52) zur  Verfügung. Wer sich darüberhinaus für Joachim Feldmeiers Holzschnitte interessiert, findet weitere Einzelwerke bei der Galerie Fuchstal (Stand 4.0 C27).

Messe Frankfurt GmbH, Gallery, Offizelles Messe-Magazin zur Fachmesse Gallery, August 2000


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü