Technik des Holzschnitts - Holzschnitt Feldmeier

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Technik des Holzschnitts

Holzschnitt
Diese Seite dient ausschließlich der Information über die Technik des Holzschnitts, die Inhalte sind privat und nichtkommerziell.

Was ist ein Holzschnitt?
Ein Holzschnitt ist ein Hochdruckverfahren. Damit erzeugt der Künstler Originalgrafiken auf Papier. Zu deren Herstellung wird ein reliefartig geschnittener Druckstock aus Holz verwendet. Die auf diese Weise gefertigte einzelne Grafik wird ebenfalls als Holzschnitt bezeichnet.
Wie wird der Druckstock hergestellt?
Zur Herstellung des Druckstocks werden von einem glatt gehobelten Holzbrett mit Schneidemessern die nicht druckenden Teile ausgeschnitten oder anderweitig mechanisch entfernt, möglicherweise durch Schaben, Kratzen, Ritzen, Fräsen, Schleifen.
Welche Holzarten eignen sich für den Holzschnitt?
Für den Holzschnitt eignen sich fast alle Hölzer. Einige Künstler gebrauchen vorwiegend rissiges oder verwittertes Holz, um besonders lebendige Holzschnitte zu erzielen. Ahorn, Apfel, Birne, Nuss oder Kirsche werden gerne für feingliedrige Grafiken verwendet, da sie in ihrer Struktur gleichmäßig sind und sich feine Linien gut schneiden lassen. Pappel, Fichte oder Gabun eignen sich eher für großflächige Arbeiten. Linde gilt als eines der am besten geeigneten Schnitzhölzer. Man benutzt verleimtes Langholz oder Plattenware wie Tischlerplatten oder furnierte Spanplatten.
Ahorn
Ahorn
Apfel
Apfel
Buche
Buche
Eiche
Eiche
Esche
Esche
Esche natur
Esche natur
Fichte
Fichte
Erle
Erle
Kiefer
Kiefer
Kirsch
Kirsch
Nuss
Nuss
Hemlock
Hemlock

Was sind die wichtigsten Schnitttechniken?
Die wichtigsten Schnitttechniken sind der Weißlinienschnitt, der Schwarzlinienschnitt und der Flächenschnitt. Beim Weißlinienschnitt wird das Bildmotiv linienartig in den Druckstock geschnitten. Die Darstellung bleibt in der Papierfarbe auf farbigem Untergrund stehen. Beim Schwarzlinienschnitt bleibt die Zeichnung linienartig als Grate oder Stege auf dem Druckstock stehen. Man muss also um die Linie herumschneiden. Nach dem Drucken erscheint das Bildmotiv positiv wie der ursprüngliche Entwurf. Beim Flächenschnitt ergeben weiße und schwarze Flächen die Bildkomposition. Moderne Holzschneider kombinieren alle diese Verfahren.
Beispiel für Weißlinienschnitt
Weißlinienschnitt
Beispiel für Flächenschnitt
Flächenschnitt
Beispiel für Schwarzlinienschnitt
Schwarzlinienschnitt
Beispiel für Kombination
Kombination

Werkzeuge zum Schneiden des Druckstocks
Handwerkzeuge
Der Stichel hat einen hölzernen Handgriff und dient der Bearbeitung von Holz. Der Geißfuß ist ein messerartiges Gerät mit einer V-förmigen Schneide. Das Hohleisen wird zum Stechen runder Vertiefungen, zum Ausarbeiten von Hohlkehlen und zum Gestalten von Oberflächen verwendet. Hohleisen gibt es in gerader, gebogener, gekröpfter und umgekehrt gekröpfter Form. Das Flacheisen dient zum Vertiefen von Flächen. Das Konturenmesser wird für den Vorschnitt der Formkontur und präzise Feinheiten benutzt.

Maschinenwerkzeuge
Handmaschinen zum Schneiden oder Fräsen erleichtern das Arbeiten.
Hohleisen
Hohleisen
Holzschnittmesser
Holzschnittmesser
Kerbschnitzmesser
Kerbschnitzmesser
Schneidemesser
Schneidemesser
Hohleisen gekröpft
Hohleisen gekröpft
Stechbeitel
Stechbeitel
Biegsame Welle
Biegsame Welle
Hohleisen gerade
Hohleisen gerade
Raspelfräsköpfe
Raspelfräsköpfe
Power Chisel
Power Chisel
Schnitzeisen
Schnitzeisen
Geradschleifer
Geradschleifer

Welche Druckfarben kommen zur Anwendung?
Wasserfarben
Aquarellfarben und Temperafarben haben kürzere Trocknungszeiten. Farbmischungen entstehen bei Aquarellfarben durch das Übereinanderdrucken verschiedener transparenter Farbschichten. Weiß entsteht nur dort, wo nicht gedruckt wird.

Fetthaltige Farben
Ölfarben sind Druckfarben auf der Grundlage von aushärtenden Ölen. Buchdruckfarben werden in Dosen und Tuben angeboten. Sie sind für den Hochdruck geeignet. Offsetfarben trocknen durch Wegschlagen und oxidative Trocknung (Polymerisation) von Pflanzenölen und deren Derivaten. Die Mehrzahl der heute in Europa produzierten Offset-Druckfarben ist mineralölfrei.
Aquarellfarbe 1
Aquarellfarbe 1
Aquarellfarbe 2
Aquarellfarbe 2
Buchdruckfarbe 1
Buchdruckfarbe 1
Buchdruckfarbe 2
Buchdruckfarbe 2
Tempera 1
Tempera 1
Offsetfarbe 1
Offsetfarbe 1
Tempera 2
Tempera 2
Offsetfarbe 2
Offsetfarbe 2

Was sind Mehrfarbdrucke?
Der Farbholzschnitt ist eine Technik, bei der verschiedene  Holzschnittplatten für verschiedene Farben verwendet werden. Die Farbe wird mit einer Gummiwalze auf den Druckstock aufgewalzt. Beim japanischen Farbholzschnitt werden die unterschiedlichen Farben von Hand auf die Druckplatte aufgetragen. Beim Irisdruck druckt man mehrere Farben mit ineinanderlaufenden Farbrändern in einem Druckvorgang.
Welche verschiedenen Techniken gibt es?
Druck von mehreren Druckstöcken. Die Farben können auf diese Weise  nebeneinander oder auch sich mischend, deckend und überlagernd gedruckt werden.

Der Puzzledruck ist der Druck von einer Platte, indem der Stock in mehrere Teile zersägt wird und diese unterschiedlich eingefärbt und zum Druck wieder zusammengesetzt werden.

Die Verlorene Form ist eine Technik,  bei der mit einer geschnittenen Platte eine Farbe gedruckt wird, die Platte weiter bearbeitet wird und erneut ein Druck erfolgt.

Clairobscur ist eine Variante der Holzschnitt-Technik, die einen malerischen Effekt erzielt. Der Druck erfolgt mit zwei bis drei verschieden geschnittener Stöcke. Der erste gibt die schwarzlinige Zeichnung wieder, der zweite einen Helligkeitswert.  Der dritte Druckstock kann eine hellere oder dunklere Variante des Tons hinzufügen. Das Weiß entsteht, indem auf allen Druckstöcken durch Ausschneiden die hellsten Stellen frei gelassen sind. Hier ist das Weiß der Papierfarbe zu sehen.
Beispiel für mehrere Druckstöcke
Mehrere Druckstöcke
Beispiel für Puzzledruck
Puzzledruck
Beispiel für Verlorene Form
Verlorene Form
Beispiel für Clairobscur
Clairobscur

Welche Papiere eignen sich als Druckträger?
Beste Rohstoffe wie Baumwolle, Flachs,  Hanf, Abaka und Hadern in verschiedenen Zusammensetzungen ergeben Papiere höchster Qualität. Handgeschöpftes Papier aus Flachs ist für unser heutiges Empfinden etwas ganz Besonderes. Hadernpapier hat Tradition. Die ersten Papiere, die in europäischen  Papiermühlen seit dem Mittelalter entstanden, waren aus Textilien,  genauer gesagt aus Leinen. Handgeschöpftes Papier wurde schon zu Gutenbergs Zeiten bedruckt, im  Hochdruckverfahren mit beweglichen Bleilettern. Handgeschöpften Büttenpapiere gibt es in vielen dezenten Tönungen. Jedes handgeschöpfte Papier bekommt eine noch persönlichere Note durch ein individuelles Wasserzeichen. Kozo ist der innere Rindenbast des Papiermaulbeerbaums und zählt ebenso wie das wild wachsende Gampi zu den traditionellen japanischen  Fasern, aus denen Papier hergestellt wird.
Bütten weiß
Bütten weiß
Bütten hellweiß
Bütten hellweiß
Druckkarton hadernhaltig
Druckkarton hadernhaltig
Rives weiß
Rives weiß

Wie erfolgt der Druck?
Man unterscheidet zwischen Handabzug und Maschinendruck. Beim Handabzug wird das Papier auf der Rückseite durch den Reiber (Löffel, Falzbein) leicht glänzend (Reiberspuren). Beim maschinellen Druck wird meist eine größere Auflage gedruckt. Die Tiegeldruckpresse ist eine Druckpresse, bei der sowohl der Press- als auch der Gegendruckkörper je eine ebene Fläche bilden. Der flache Gegendruckkörper wird als Tiegel bezeichnet. Tiegelpressen werden vor allem für den Druck kleinformatiger Erzeugnisse verwendet. Die Stockpresse ist eine Druckpresse für Buchbinder- und Papparbeiten, Holzbearbeitung und Druckgrafik. Die Kupferdruckpresse besitzt zwei kräftige Eisenzylinder, zwischen welchen ein Drucktisch, auf die der Druckstock und der Papierbogen gelangen, hindurchgeführt wird. Der untere Zylinder (Gegendruckwalze) dreht sich infolge der beim Drucken entstehenden Reibung. Der obere Zylinder dient zur Einstellung der nötigen Druckspannung und wird mit einem Sternrad oder einer Kurbel angetrieben.
Schnellpresse
Schnellpresse
Stockpresse
Stockpresse
Tiegeldruckpresse
Tiegeldruckpresse
Kupferdruckpresse
Kupferdruckpresse
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